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Wirtschaft 18/07/2020
Wohnsicherheit auch in Krisenzeiten

Langfristige Lösungen werden angestrebt. Stephan Gröger (Heimat Österreich) ist neuer GBV-Obmann der Landesgruppe Salzburg. ECHO bat ihn und seinen Stellvertreter Markus Sturm (die salzburg) zum Interview, um über die aktuellen Herausforderungen der Gemeinnützigen Bauvereinigungen zu sprechen. 


ECHO: Herr Gröger, Gratulation zur Wahl zum neuen Landesgruppenobmann der GBV. Worauf werden Sie in dieser Funktion besonderen Wert legen?

Stephan Gröger: Im Wesentlichen haben wir seit Langem mit extrem steigenden Baukosten zu kämpfen. Wir bemühen uns seit Jahren darum, dass diese steigenden Kosten in der Wohnbauförderung besser berücksichtigt werden. Um die Qualität der Bauvorhaben gewährleisten zu können, müssten wir mehr Geld aus der Mietwohnbauförderung zur Verfügung haben. Leider wurde dieses Problem bei keiner Novelle des Fördergesetzes berücksichtigt. Auch nicht beim neuen Gesetz, das am 1. August in Kraft tritt. Das wird dazu führen, dass die Qualität, die wir brauchen nicht mehr zu erreichen sein wird. Eine unserer wichtigsten Aufgaben wird es sein, der Politik und Beamtenschaft zu vermitteln, wenn man günstigen Wohnbau haben will, der auch energietechnisch etwas zu bieten hat, dann muss man auch die nötigen Gelder zur Verfügung stellen.


ECHO: Welche Veränderungen brachte Covid-19 für die gemeinnützigen Bauträger?

Markus Sturm: Es entspricht dem Selbstverständnis der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft, gerade in Krisenzeiten nicht nur unternehmenspolitische, sondern auch gesellschaftspolitische Verantwortung wahrzunehmen. Wir bieten Wohnsicherheit auch in Krisenzeiten. Dass wir als gemeinnützige Bauvereinigungen auch in der aktuellen wirtschaftlich schwierigen Situation verlässliche Partner für unsere Kunden, auch bei unverschuldeten Zahlungsschwierigkeiten sind, ist selbstverständlich. Wir unterstützen unsere Wohnungsmieter, die aufgrund der Corona-Krise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind und die Miete nicht mehr bezahlen können durch Stundungen und leistbare Ratenzahlungen. Wichtig ist, dass sich Betroffene rechtzeitig unter Vorlage aller Fakten mit ihrem Vermieter in Verbindung setzen und dass sie beim Amt der Salzburger Landesregierung, Abt. 10 um Wohnbeihilfen ansuchen, um die größten Probleme abzufedern.

Gröger: Wir sehen das ähnlich. Es braucht aber auch längerfristige Lösungsansätze. Wenn Personen arbeitslos geworden sind oder schlechter bezahlte Arbeit annehmen müssen, dann wird es für sie schwierig werden, die Mehrkosten nach Ende der Stundung zu tragen. Es wird sich im Herbst zeigen, ob es von Bundesseite entsprechende Mietzuschüsse geben wird.


ECHO: Wie schwierig gestaltet es sich günstige Baugrundstücke zu bekommen?

Gröger: Die Grundstücke am freien Markt sind natürlich sehr teuer. Das Land Salzburg hat durch mehrere Novellierungen des Raumordnungsgesetzes seine Hausaufgaben gemacht. Die Gemeinden aber müssen im Zuge des Umwidmungsverfahrens auch Bodenpolitik machen, ansonsten kommen wir zu keinen günstigen Grundstücken. Die Gemeinden müssten also einen bestimmten Prozentsatz an Flächen festlegen, die dem geförderten Wohnbau zur Verfügung stehen.


ECHO: Welche Apelle haben Sie an die Politik?

Sturm: In unserer Branche haben alle dieselben zwei Probleme. Das eine sind zu hohe Baukosten und das zweite sind fehlende Grundstücke für den Mietwohnungsbau. Unsere zwei Wünsche sind ganz einfach zu benennen. Die Förderungen der Baukosten müssten nachjustiert und erhöht werden und die Gemeinden müssten die Bodenpolitik im Zuge der Umwidmungsverfahren ernst nehmen. 

Gröger: Die Normen und Gesetze verlangen vom gemeinnützigen Wohnbau immer mehr Qualität und Sicherheit, gleichzeitig sollte aber alles günstiger werden. Es gibt hier viele Dinge zu hinterfragen, denn in der Beamtenschaft und Politik sieht jeder lediglich seinen eigenen Bereich. Wir aber müssen den Umweltschutz berücksichtigen, nachhaltig bauen, und möglichst mit hoher Qualität. Wir würden uns auch von Seiten der Politik einen ganzheitlicheren Blick wünschen.


Interview: Christian Granbacher

 

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