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Erlebnisberg Zwölferhorn

Jubiläum. Die Seilbahn auf einen der schönsten Aussichtsberge des Salzkammergutes feiert
ihr 50-jähriges Bestehen. Das Jubiläum steht unter dem Motto: „Einst eine Sensation – heute
eine Attraktion.“ Wie beliebt das nostalgische Ausflugsziel bei Touristen und Einheimischen ist,
zeigen die über acht Millionen Fahrgäste, die seit der Eröffnung im Jahr 1957 den Berg
„erfahren“ haben.

Einst für die Skifahrer erbaut, wird die Seilbahn auf das Zwölferhorn heute hauptsächlich von Wanderern, Paragleitern und Ausflüglern benützt. Belohnt werden die Fahrgäste auf der 16 Minuten dauernden Auffahrt mit einem sensationellen Ausblick auf das darunter liegende St. Gilgen und den wunderschönen Wolfgangsee bis weit nach Strobl, St. Wolfgang und den gegenüberliegenden Schafberg. Und weil wir uns im schönen Salzkammergut befinden, sagt der Schaffner beim Einsteigen noch „Grüß Gott“. Das ist bei vielen automatisierten Bahnen nämlich längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Seilbahn ist vom System her einzigartig in Österreich. Sogar die Gondeln werden händisch rübergeschoben.

Nostalgisch. Wer den Kassenraum der Zwölferhornseilbahn betritt, glaubt sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Alles hat noch ein bisschen den Charme der späten 50er Jahre, alte Fotos an der Wand erinnern an anno dazumal. Gleich über der Kassa hängt ein großes Foto der japanischen Kronprinzessin Masako, die in jungen Jahren mit der Gondel den 1522 Meter hohen Berg erklomm. Die Heerscharen an japanischen Touristen geraten darob heute noch in Verzücken. Wie viele Promis die Seilbahn in den letzten 50 Jahren schon benützt haben, weiß Johannes Gotthalmseder, Gesellschafter und Geschäftsführer der Zwölferhornseilbahn, zwar nicht, aber es waren schon einige darunter.  „Die geben sich eher selten zu erkennen“, gibt sich der Aberseer ein bisschen wortkarg, um dann doch den einen oder anderen Namen zu nennen. Niki Lauda schwebte genauso der auf 1476 Metern gelegenen Bergstation entgegen, wie Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel oder der ehemalige deutsche Kanzler Helmut Kohl. Sogar die englische Königin persönlich gab sich hier schon die Ehre und gelangte bequem mit der Seilbahn auf das Zwölferhorn. Dort konnte sie dann den Blick über sieben Seen und das oberösterreichische Alpenvorland genießen. Ob die Queen auch in einer der Hütten eingekehrt ist, ist aber nicht überliefert. Dabei gäbe es einige gemütliche Einkehrmöglichkeiten. Gleich in der Bergstation etwa befindet sich das Seilbahnrestaurant mit Terrasse, das Sommer und Winter geöffnet hat. Unweit der Seilbahnstation, über einen bequemen Wanderweg erreichbar, kann man sich in Franzl’s Hütte an bodenständiger Hausmannskost wie Kaiserschmarren und Kasnocken laben. Im Winter schätzen besonders Tiefschneefahrer und sportliche Skifahrer den anspruchsvollen Berg. „Das Hörndl fordert die Leute“, erzählt Johannes Gotthalmseder. Ein Präparieren der steilen Abfahrt ist nämlich nur teilweise möglich.

Technische Meisterleistung. 908 Meter Höhendifferenz legt man mit der Seilbahn, die rund 2800 Meter lang ist, zurück. Der Bau der Zwölferhorn Seilbahn über die Wintermonate gilt heute noch als Pionierleistung. Nach einer Bauzeit von 15 Monaten wurde sie im Juni 1957 feierlich eröffnet und ist mittlerweile die letzte Nostalgiebahn in Österreich. Trotzdem ist die Seilbahn technisch im besten Zustand, so Gotthalmseder. „Seit der Eröffnung vor 50 Jahren fährt die Zwölferhorn Seilbahn ohne einen einzigen Unfall.“ Das hängt mit der sehr guten Wartung zusammen, aber auch mit den immer besser werdenden Wetterwarnungen. Trotzdem werden zweimal im Jahr Bergeübungen durchgeführt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. 14 Mitarbeiter kümmern sich ganzjährig um das Wohl der Fahrgäste, einzig im November bleibt die Bahn für drei Wochen aus Revisionsgründen geschlossen. Seit Jahren wird ein Neubau der Gondelbahn diskutiert. Doch noch läuft die Konzession für die nächsten zehn Jahre. Bis 2017 dürfen die kleinen gelben und roten Gondeln noch zwischen St. Gilgen und dem Gipfel des „Hörndls“ pendeln und die Fahrgäste in eine andere Welt entführen. Denn Sommerfrische anno dazumal ist hier im Fahrpreis inbegriffen.           
Andreas  Zeppelzauer

 

 

Daten & Fakten

Die Zwölferhorn Seilbahn ist eine
Zweiseilumlaufbahn mit 38 Gondeln und einer Beförderungsleistung von 240 Personen pro Stunde.
Die Fahrzeit auf das Zwölferhorn beträgt
16 Minuten.
Länge der Bahn: 2800 Meter
Bergstation auf 1476 Meter
Erbaut zwischen Mai 1956 und Juni 1957
Beförderte Gäste seit Eröffnung: ca. 8,5 Millionen
Höhendifferenz: 908 Meter
Höchste Stelle: 98 Meter
Gipfel des Zwölferhorns auf 1522 Meter
www.12erhorn.at

Samstag, den 01. September 2007 um 01:00 Uhr

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