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Melancholisch: Wiedersehen mit Piroska

Levente Rostas, ein nicht ganz uneingebildeter, ein bisschen erfolgloser Autor in mittleren Jahren, weilt in einem Sanatorium im ungarischen Harkany, wo er sein Kreuz und dazu seine unselige Liebe zur quirligen Piroska kurieren will. Die ist ein sehr besonderer Charakter, kaltschnäuzig und fordernd, „eine richtige Raubkatze, die eigentlich Großwild jagen möchte; da aber ihre Nase schlecht ist, wird sie immer wieder Opfer von Tagedieben, die es auf ihr Fell abgesehen haben." Die verschiedensten Erinnerungen überschwemmen unseren Autor, mit Wehmut und bitterer Selbstironie denkt er nun an sein pseudoglamouröses Leben in Budapester Literatenkreisen, an das Filmfestival in Karlsbad, bei dem sich sein und Jean-Claude Brialys Schicksal einst kreuzten. Nach der großartigen „Kurzen Geschichte von der ewigen Liebe" ist mit der „Beinahe alltäglichen Geschichte" ein weiteres Meisterwerk Szilárd Rubins über eine wahnsinnig starke Liebe vor den absurden Hintergründen des ungarischen Kommunismus zu entdecken. (ra)

Szilárd Rubin: Eine beinahe alltägliche Geschichte. Rowohlt Berlin, 160 Seiten; € 17,50

Samstag, den 04. Dezember 2010 um 13:54 Uhr

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