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Mutig

Toyota Verso-S. Auch Toyota versucht sich am minimalen Familien-Van mit maximalen Eigenschaften – und kann der angestammten Konkurrenz deutlich den Fehdehandschuh hinwerfen.

Toyota punktet in den letzten Jahren nicht unbedingt mit einem nie enden wollenden Feuerwerk an Neuvorstellungen – wenn aber wieder einmal ein neuer Toyota ins Rennen geschickt wird, dann hat er Hand und Fuß. Bestes Beispiel: der Corolla-Nachfolger Auris. Optimaler Kompaktwagen, noch dazu verfeinert mit Hybrid-Technik – nicht ganz der neue Star am Automarkt, aber einer der ernstzunehmendsten, weil ohne wirkliche Schwächen anrollenden Teilnehmer um die Gunst der Käuferscharen. Mit dem Verso-S steht nun der nächste neue aus Japan auf der Piste und es müssen zuerst einmal ungläubig die Augen geputzt werden. Welcher Designer kommt bitteschön auf die Idee, seinen Vorgesetzten eine solche Frontleuchtenlösung als guten Ansatz verkaufen zu wollen? Und schlimmer: Welche Vorgesetzten segnen diese Lösung ab? Nicht, dass Mut im Designbereich nicht oftmals gewünscht, sogar gefordert wird – aber selbst Ray Charles hätte bei solch einem Design Alpträume bekommen. Aber die Lösung ist schnell gefunden: einfach einsteigen.

Überraschung

Wartet doch im Innenraum Freudiges. Zum Ersten das gewohnt souverän gezeichnete Cockpit der Toyota-Modelle. Kein Schalter zu viel, aber auch keiner zu wenig – gute Materialien und eine ausgezeichnete Übersicht. Hier spielt Toyota seit Jahren mit im Konzert der großen Innenraumkünstler. Natürlich – wie könnte es im Segment der Mini-Vans anders sein – garniert mit der einen oder anderen Gepäckraumlösung. Easy-Flat-Rücksitze gehören mittlerweile schon zum guten Ton, Panorama-Dach und genügend Fußraum in Reihe zwei ebenso. Gut, aber in Anbetracht der Toyota-Geschichte keine große Überraschung.

Diese schlummert unter der Motorhaube des Verso-S ... 1,33 Liter und 99 Pferde in einem Mini-Van versprechen nicht viel – bieten aber umso mehr. Keine brachiale Leistung, sondern vielmehr ein aus dem Drehzahlkeller hervorragend ansprechender Benziner, der es mit seinem breiten Leistungsspektrum in unteren Drehzahlen locker mit einem vergleichbaren Dieselmotor aufnehmen kann. Plus 5,5 Liter sind zwar nicht gerade der Bestwert in der Mini-Van-Klasse – verstecken braucht sich der Verso-S damit jedoch auch nicht. Damit nicht genug: Der Verso-S bringt nicht nur erfreulich frische Leistung, er kann sie auch mit überraschend fahrfreudiger Art und Weise auf den Asphalt bringen – ein Detail, das im Mini-Van-Bereich vielleicht nicht zu den primären Verkaufsargumenten zählt, aber genau deswegen so erfreulich ist. Zwar kann auch der Verso-S den Untersteuerungsteufel in engen Richtungswechseln nicht vertreiben – aber das ist schon das einzige kleine Manko des ansonsten ausgezeichneten Fahrwerks. Etwas, das nicht nur Benzinköpfe freut, sondern – siehe die grandiose Leistung bei der Linientreue der Kurven-Notbremsung – auch immens der Sicherheit dient.

Es sei ein kurzer Exkurs zum schwarzen Gold gestattet: Der Verso-S ging mit Spritsparreifen an den Start, jenen rollwiderstandsoptimierten Patschen, die helfen sollten, den Spritverbrauch zu drosseln. Aber in der Vergangenheit leider allzu oft Schwächen bezüglich Haftung auf Nässe oder bei Bremsmanövern zeigten. Mit der Betonung auf Vergangenheit. Die neue Generation der Spritsparreifen hat auch hier deutlich zugelegt und konnte diese Schwächen klar ablegen.

Zurück zum Verso-S, dessen großer Bruder ohne S einst Mitbegründer des Familienkutschenbooms war. Zeit wurde es, dass auch Toyota hier im kleinen Van-Bereich nachlegt, hat doch die Konkurrenz – allen voran Opel mit seinem Meriva – in den letzten Jahren deutlich nachgelegt und Toyota durchaus zugesetzt. Mit dem Verso-S schließt der weltgrößte Automobilhersteller diese Lücke erfolgreich. Natürlich von dieser wahnwitzigen Frontleuchtenkonzeption abgesehen. Michael Kogler

Freitag, den 01. April 2011 um 15:14 Uhr

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