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IfM 0110
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Mit Hirn, Hand und Herz

Nachahmenswert. Wals-Siezenheim ist eine Vorzeige-Gemeinde mit einem Vorzeige-Bürgermeister.­ Vielleicht ist die Reihenfolge aber auch umgekehrt. Egal, die Bürger schätzen die Vorteile.

Vor wenigen Wochen hat er wieder viele Menschen glücklich gemacht. Er hat ihnen die Schlüssel für ihre geförderten Mietwohnungen in Siezenheim übergeben. Schlüssel zum leistbaren Wohnglück. „Ein gemütliches Zuhause gibt Kraft, bringt Geborgenheit und ist die Basis für ein zufriedenes Leben“, sagt Ludwig Bieringer. Der Bürgermeister von Wals-Siezenheim setzt deshalb alles daran, dass vor seinem verdienten Rückzug in das Privatleben möglichst alle seiner Gemeindebürger Wohnraum zum Wohlfühlen haben.
Genau wie es immer sein Bestreben war, zahlenmäßig gleich viele Arbeitsplätze wie Einwohner zu haben. Mittlerweile liegt er schon darüber, denn die Arbeitgeber der Gemeinde bieten rund 13.000 Menschen eine Anstellung. In den unterschiedlichsten Branchen. Und dieser Mix wiederum ist für die Bewohner, aber auch jene Menschen, die jeden Tag zum Arbeiten einpendeln, ein großer Vorteil. Kurze Wege zur vollen Einkaufstasche. Wals-Siezenheim hat es.

Zustimmung und mitstreiter. Zudem hat es Flair. Denn eine Gemeinde, die für alle ihre Bewohner da ist, strahlt etwas Familiäres aus, etwas Heimeliges. Auch für die Besucher. Dass Ludwig Bieringer und seine Mitstreiter in der Gemeinde – und das auch fraktionsübergreifend – sehr viel an diesem Wohlfühlfaktor gelegen ist und dass das Ziel der Gemeindevertreter ist, von der Wiege bis zum Herbst des Lebens zur Zufriedenheit der Menschen beizutragen, bringt ihm große Zustimmung. Aus dem Dorf selbst, aber auch in Form von Bewunderung über die Gemeinde- und über die Landesgrenzen hinaus. Es gibt nur wenige Gemeinden in ganz Österreich, mit deren Namen gleichzeitig der Bürgermeister genannt wird. Denn es gibt nur wenige, die so lange mit so großer Mehrheit gewählt werden. „Das ist aber nicht allein eine Anerkennung für die Dinge, die ich in der Gemeinde bewegt habe. Ich habe die Wahl immer als Auftrag gesehen, so aktiv für die Gemeinde weiterzuarbeiten. Auch wenn es manchen Widerstand gab. Man muss auch den Mut haben, sich einmal unbeliebt zu machen. Die Rechnung wird am Ende gestellt. Und da hatte ich dann wieder die meisten meiner vorherigen Kritiker in meinem Boot“, so der Bürgermeister.
Fragt man ihn nach den aktuellen Aktivitäten, so lehnt er sich in seinem Sessel zurück, schließt bedächtig die Augen, als ließe er einen inneren Film vor sich ablaufen. „Ja, da gibt es schon einiges zu erzählen. Aber wir liegen bei unseren Vorstellungen sehr gut im Rennen“, sagt er und beginnt bei jenen Menschen, die schon Jahrzehnte in seiner Gemeinde leben. „Wir haben vor Kurzem zwanzig Einheiten für betreubares Wohnen übergeben. Es ist mir ein Anliegen, dass die Menschen auch in hohem Alter noch ein schönes Leben führen können.“ Wie wichtig ihm das ist, zeigt, dass schon vor fünf Jahren in Wals betreutes Wohnen geschaffen wurde. Mit einem Seniorentreffpunkt. Die Akzeptanz ist überaus groß, die Angebote werden gern angenommen. „Das macht das Salzburger Hilfswerk für uns. Wir sind sehr zufrieden und ich bin überzeugt, dass auch in unserem neuen Projekt in Siezenheim die Menschen begeistert mitmachen werden.“
Mit einem eleganten Satz leitet er über auf die junge Generation. Der Speisesaal der Hauptschule Walserfeld sei ein großer Erfolg. Für Schüler, die einen Nachmittagsunterricht haben, besteht die Möglichkeit, einen Mittagstisch um 2,50 Euro im Speisesaal des Schülerhorts einzunehmen. Der Differenzbetrag von 2,50 Euro wird von der Gemeinde ausgeglichen. Das Essen wird täglich frisch von einem Gastronomen der Gemeinde Wals-Siezenheim angeliefert. „Mit dem Erweiterungsbau hat die Gemeinde Wals-Siezenheim gezeigt, dass Bildung nicht nur ein Wort ist, sondern ein Prozess, der u. a. durch eine entsprechende Infrastruktur in Gang gesetzt wird. Schüler wie Lehrer fühlen sich in ihrem neuen Arbeitsumfeld wohl. Der Mittagstisch hat durch den neuen Speisesaal an Bedeutung gewonnen. Schüler und Lehrer nehmen das Angebot sehr gern in Anspruch. Die Zahl der Essensausgaben – täglich bis zu 180 – bestätigt das“, so Schulleiter Direktor Albert Moisl. Und er erzählt weiter: „Der helle Speisesaal wurde durch Schülerarbeiten kreativ gestaltet. Die Atmosphäre des Raums hat dadurch merklich gewonnen. Zum Wohlfühlen ist auch die neugestaltete Bibliothek, in der eine Gruppe zur Nachmittagsbetreuung untergebracht ist. Ein herzliches Dankeschön an Herrn Bgm. Ludwig Bieringer mit dem Team der Gemeindevertreter im Namen aller Schüler, Eltern und Lehrer!“
Und die Menschen zwischen Kindheit und Alter? Ludwig Bieringer lacht verschmitzt. Er braucht nicht aufzuzählen, dass in seiner Gemeinde mit den vielen Ortsteilen unglaublich viele Vereine arbeiten. Er unterstützt sie überall, wo es ihm möglich ist. Er lässt sich auch Vereinsfeiern nicht entgehen, um den Menschen nahe zu sein. Egal ob beim Traditionsverein, bei Volksbrauchtum oder beim Sport, bei modernen Jugendevents oder beim Aufmarsch der Schützen. Er muss auch nicht erwähnen, dass die Kultur in seiner Gemeinde einen sehr hohen Stellenwert hat. Gelebte Kultur. Passiv sowie auch aktiv. Musik und Volkstanz, Sammlerleidenschaft und die Freude an kulturellen Veranstaltungen werden ebenso unterstützt wie die Möglichkeit, das alles in der eigenen Gemeinde erleben zu können. „Dafür haben wir die Bachschmiede errichtet. Sie ist eine Erfolgsgeschichte für sich“, sagt Bieringer stolz. Die von seinem 1. Vizebürgermeister, Joachim Maislinger höchst erfolgreich geführte Kulturstätte ist ein Magnet. Nicht allein für die Gemeindebürger. Auch wenn sie in erster Linie für die da ist. Aber schon längst ist die Bachschmiede über die Ortsgrenzen hinaus ein Geheimtipp geworden. Mit seinen Kabaretts, Theaterstücken und Konzerten, aber auch mit seinem Museum, das von der Geschichte der Gemeinde erzählt und immer wieder mit Sonderausstellungen begeistert.
Aber eines macht Ludwig Bieringer schon noch mächtig stolz: „Wir haben es endlich geschafft, unser Gemeindeamt zu modernisieren.“ Am wichtigsten dabei ist ihm, dass es nun endlich absolut barrierefrei ist.

Montag, den 25. Juni 2012 um 11:09 Uhr

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