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Vom IT- zum Businessthema

Neue Geschäftsmodelle.

Was passiert, wenn etablierte Unternehmen auf Startups treffen und bewährte Strukturen neuen Geschäftsmodellen weichen?
Die IV-Salzburg bringt zwei Welten zusammen, die vor allem eines vereint: der unternehmerische Geist.

Disruption, agiles Denken und Open Innovation – wenn es um die Verbindung der Old mit der New Economy geht, kommen Startups ins Spiel. Und eine Reihe von Anglizismen. Auch beim Format „Industry meets Startups“, bei dem die Industriellenvereinigung Salzburg etablierte Unternehmen mit industrienahen Gründern zusammenbringt. Das Ringen um die besten Köpfe

und Ideen gilt nicht nur für die Rekrutierung von Fachkräften, sondern auch für die Kooperation von Corporates mit Startups. Die produzierende Industrie und die Gründerszene repräsentieren zwei Welten – und doch vereint sie ein unternehmerischer Spirit. Oder ein Bündel an Ideen, das bestehende Strukturen aufbricht oder gänzlich neue Geschäftsmodelle zulässt. Die Szene spricht von Disruption. Ein Buzzword, allerdings ein gewichtiges. 

Potential Ausschöpfen

Das haben auch die Unternehmen erkannt. Ebenso, dass Disruption keine Bedrohung, sondern eine Chance ist. Wenn es um den konkreten Prozess von der Idee bis zur Umsetzung geht, ist dennoch der eine oder andere Betrieb angewiesen auf Impulse von außen. Denn radikale Innovation kommt selten von innen, so lautet zumindest das Argument der Gründerszene. Sie punktet, indem sie den etablierten Unternehmen das Kerngeschäft lässt und es als Basis für Innovationssprünge nutzt. Nicht nur durch die Erweiterung des Core Business mit neuen Technologien, sondern durch das Hinterfragen von Strukturen, die Identifikation neuer Felder und die Umsetzung von Ideen bis hin zur Marktreife. „Die Industriellenvereinigung Salzburg schafft eine Brücke zwischen Industrieunternehmen und industrienahen Startups. Mit dem Format ‚Industry meets Startups‘ bieten wir zusammen mit Partnern eine Plattform für den Austausch von Industrie und Gründerszene. Diese Plattform trifft auf reges Interesse und repräsentiert die Dynamik der digitalen Wende“, sagt Irene Schulte, Geschäftsführerin der IV-Salzburg. 

Von der Idee zur Umsetzung

Als kompetenter Partner greift auch Johannes Höfler auf die gebündelten Kompetenzen der Industriellenvereinigung Salzburg und der Jungen Industrie Salzburg zurück. Mit der Patent & Founder Factory (PFF) hat Höfler ein Industrytech-Startup-Studio auf die Beine gestellt, das Industrieunternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung radikaler und disruptiver Innovationen unterstützt. Höfler versteht sein Studio als Company Builder, also als Sprungbrett für Unternehmensgründer: „Wir produzieren technologische Erfindungen für Industrie-
unternehmen und setzen sie optional in Form von Startups um“, beschreibt der Jungunternehmer sein Konzept. Damit ermöglicht er Industriekunden, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Mit den potenziellen Unternehmensgründern nimmt er ihnen den Bereich Research ab. Was nach Zauberei klingt, ist ein Prozess –
mitunter ein harter. Denn so manche Ideen werden verworfen, dafür entstehen neue. Die PFF verharrt nicht in der Beraterrolle, sondern trägt das Risiko mit: Aus Fragestellungen entwickelt sie Ideen bis hin zur Marktreife.

Vordenken statt nachziehen

Wenn es um die Verbindung etablierter Modelle mit neuen Ideen geht, gehören viele der Großen zu den Erfolgreichen, wie zum Beispiel Palfinger, Porsche und die Salzburg AG. Vordenken statt nachziehen, das ist auch die Devise von Sony DADC. Das Unternehmen ist nicht nur ein weltweit führender Disc-Hersteller, sondern hat schon längst neue Geschäftsmodelle hervorgebracht. Was die Digitalisierungsexperten bei Sony DADC besonders gut können: die Old Economy mit der New Economy zu verbinden und das physische Produkt mit der virtuellen Welt unter einen Hut zu bringen.

Es ist ein Geschäftsmodell, das Visionen braucht, aber auch Mut zur Veränderung. Als Entertainment-Dienstleister schlägt Sony DADC deshalb Brücken von der Gegenwart in die Zukunft. Seit über 30 Jahren liefert das Unternehmen dank modernster Technologien Entertainment ins Wohnzimmer. Vorerst als B2B-Anbieter, mittlerweile als B2C-Dienstleister. Neben der starken Kernkompetenz in der Unterhaltungsindustrie macht das Unternehmen ein Drittel seines Umsatzes schon jetzt mit Lösungen, die außerhalb der Disc angesiedelt sind. Mit Verpackungs- und Logistiklösungen etwa, also „mit Geschäftsmodellen, die nicht unbedingt mit der Unterhaltungsindustrie zu tun haben“, so Franz Lesiw, Vice President European Services bei Sony DADC. Er verantwortet die Erweiterung der Service-Produktpalette und eine verstärkte Positionierung als Dienstleistungsunternehmen. 

Was am Ende zählt

Die größte Herausforderung sieht Sony DADC übrigens nicht darin, mit neuen Technologien die Wende zu schaffen, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Change-Prozess zu integrieren. Denn die digitale Transformation braucht eine Unternehmens- und Fehlerkultur, die den Wandel nicht zum IT- sondern zum Businessthema macht. Am Ende des Tages werden Kreativität, Kommunikation und emotionale Intelligenz den Unterschied machen. 

                                                                                                                                                                                                Christian Granbacher 
Samstag, den 06. Januar 2018 um 19:31 Uhr

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