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Bürgermeister brauchen Managerqualitäten

Kommunalpolitik.

Welche Gemeinde Salzburgs bietet die größte Fläche, welche die kleinste? Wer ist längst dienender Bürgermeister Österreichs? Interessante Fakten zu den Gemeinden und warum die Aufgabe, Gemeindeoberhaupt zu sein, immer schwieriger wird.

Die Gesamtfläche des Bundeslandes Salzburg beträgt 7.154,6 Quadratkilometer. Diese verteilt sich ganz unterschiedlich auf die insgesamt 119 Gemeinden. So würde die kleinste Gemeinde Schwarzach im Pongau mit ihren 3,2 Quadratkilometern 79 Mal in der größten Gemeinde Rauris mit 253,1 Quadratkilometern Platz finden. Diese Daten wurden Mitte des Jahres


von der Landesstatistik Salzburg präsentiert und zeigen weiters, dass es neben der Marktgemeinde Schwarzach im Pongau noch sieben Ortschaften gibt, deren Fläche kleiner als zehn Quadratkilometer ist. Sechs dieser sieben Gemeinden befinden sich im Flachgau, wobei Oberndorf bei Salzburg mit 4,5 Quadratkilometern und Plainfeld mit 5,2 Quadratkilometern die flächenmäßig zweit- und drittkleinsten Gemeinden des Landes sind. Neben Rauris mit den erwähnten 253,1 Quadratkilometern zählen Abtenau mit 186,9 Quadratkilometern und Bad Gastein mit 170,6 Quadratkilometern zu den drei flächenmäßig größten Gemeinden des Landes. Insgesamt gibt es im Land Salzburg 21 Gemeinden, die größer als 100 Quadratkilometer sind. Die Stadt Salzburg weist eine Fläche von 65,6 Quadratkilometern auf und zählt ebenfalls zu den größeren Gemeinden.


Das Ranking der Gemeinden

Was die Finanzen der Gemeinden betrifft, veröffentlicht ECHO auch in diesem Jahr wieder interessante und aktuelle Zahlen. Die Landesstatistik Salzburg hat dabei Daten von 2016 zur Verfügung gestellt, die zusätzlich aufbereitet wurden. Was nun die Einnahmen der Gemeinden pro Kopf betrifft, ist der touristische Ort Tweng mit 4.472 Euro pro Einwohner ganz vorne zu finden. Auf den Rängen zwei bis vier befinden sich mit Untertauern (3.885 Euro Einnahmen pro Kopf), Fuschl am See (3.127 Euro) und Saalbach-Hinterglemm (3.127 Euro) ebenfalls Orte, die sehr stark vom Tourismus profitieren. Auf den Rängen fünf und sechs finden sich mit Wals-Siezenheim (2.067 Euro) und der Landeshauptstadt Salzburg (2.041 Euro) Orte, die vor allem von zahlreichen Betriebsansiedlungen profitieren. Wie gut oder schlecht eine Ortschaft wirtschaftet, hängt hauptsächlich vom planerischen Geschick des Gemeindeoberhaupts – des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin – ab.

Geringer Frauenanteil

2.100 Bürgermeister gibt es derzeit in Österreich. Davon sind 160 Frauen, ein nach wie vor sehr geringer Anteil. Die meisten weiblichen Bürgermeister gibt es in Niederösterreich (64), gefolgt von Oberösterreich (30), Tirol (18) und der Steiermark (17). Im Burgenland gibt es aktuell zwölf und in Kärnten acht. Ich Vorarlberg arbeiten sieben Bürgermeisterinnen und in Salzburg fünf. Salzburg bildet somit das Schlusslicht und stellt die wenigsten Bürgermeisterinnen österreichweit. Die Entwicklung zeigt dennoch, dass Frauen vermehrt als Gemeindeoberhäupter tätig werden. „Als ich vor zweieinhalb Jahren das Amt übernommen habe, waren wir in Salzburg gerade noch drei Bürgermeisterinnen, heute sind wir schon zu fünft. Und ich bin überzeugt, dass es bei der nächsten landesweiten Bürgermeisterinnen- und Bürgermeister-Wahl 2019 deutlich mehr Kandidatinnen geben wird als noch 2014“, sagt Gabriella Gehmacher-Leitner, die Bürgermeisterin von Anif. Neben der Juristin von der unabhängigen Liste Krüger (KRÜ) sind noch vier weitere Damen in Salzburg als Bürgermeisterinnen tätig: Monika Schwaiger in Seekirchen (Flachgau), Sonja Ottenbacher in Stuhlfelden (Pinzgau), Michaela Höfelsauer in Lend (Pinzgau) und Andrea Pabinger in Lamprechtshausen (Flachgau).  

Hohe Arbeitsbelastung

Der jüngste Bürgermeister Österreichs heißt Severin Maier. Er ist 1993 geboren und in der Gemeinde Eferding in Oberösterreich tätig. Die jüngste Bürgermeisterin heißt Elisabeth Feichtinger. Sie ist 1987 geboren und in der Gemeinde Altmünster in Oberösterreich tätig. Der dienstälteste Ortschef Österreichs steht seit 37 Jahren an der Spitze der Gemeinde Neukirchen am Großvenediger im Bundesland Salzburg. Peter Nindl ist neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister auch Direktor der Wildkogelbahnen.  
70 bis 80 Prozent der Bürgermeister üben ihr Amt neben ihrem zivilen Beruf aus. Nur 18 Prozent geben an, hauptberufliche Bürgermeister zu sein. Nur 42 Prozent geben an, dieses Amt aktiv angestrebt zu haben. 46 Prozent wurden dazu überredet beziehungsweise sogar gedrängt. 94 Prozent der österreichischen Bürgermeister glauben auch, dass es künftig schwieriger sein wird, politischen Nachwuchs für dieses Amt zu gewinnen. Das liegt einerseits an der enorm hohen Arbeitsbelastung. Ein großer Teil der Ortschefs wendet 60 bis 70 Wochenstunden für Zivilberuf und Amt auf. Zum anderen finden viele Menschen die Bezahlung beziehungsweise soziale Absicherung nicht angemessen. Zwar wurden in den meisten Bundesländern die Gehälter in den letzten Jahren angehoben, die Aufgaben und die zeitliche Belastung sind aber massiv gestiegen.

Hohes Vertrauen in Bürgermeister

Das Berufsbild der Bürgermeisterin und des Bürgermeisters hat sich insofern stark gewandelt, als dass heute Managerqualitäten wesentlich wichtiger geworden sind als die Repräsentation. Der Chef einer 3.000-Einwohner-Gemeinde ist von seinem Verantwortungsbereich her mit dem Geschäftsführer eines Mittelbetriebs zu vergleichen. So ist er auch Chef von rund 30 Gemeindebediensteten, er ist in großem Ausmaß auch persönlich haftbar für seine Entscheidungen. Die Bürgermeister genießen dafür auch das mit Abstand höchste Vertrauen aller politischen Ebenen im Land.

Christian Granbacher

Montag, den 29. Januar 2018 um 11:00 Uhr

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