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IfM 0110
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Chancen nutzen

Salzburg gestalten. Die Industriellenvereinigung Salzburg hat eine ganze Reihe von Vorschlägen für die zukünftige Landesregierung. Sie liefert wichtige Impulse und Maßnahmen zu Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Bildung, Infrastruktur, Energie, Forschung und Entwicklung.

Die Landesregierung in Salzburg und die Industriellenvereinigung Salzburg (IV) arbeiten schon lange sehr gut zusammen. So gab es während der drei vergangenen Legislaturperioden ein „Industriepolitisches Übereinkommen“ zwischen diesen beiden Playern. Inhalt des Übereinkommens war jeweils ein gemeinsames Arbeitsprogramm mit konkreten Zielen und Maßnahmen. Die IV-Salzburg betont ihre Bereitschaft, diese bewährt konstruktive Zusammenarbeit auch in der kommenden Legislaturperiode fortzusetzen.

IMPULSE DURCH DIE IV-SALZBURG
In einem 22 Seiten umfassenden Dokument unterbreitet die IV-Salzburg 36 Forderungen und exakt 100 Maßnahmen, die von der zukünftigen Regierung angepackt werden sollten. Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei die Digitalisierung. „Es ist unsere Chance,


die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen und neue Wertschöpfung im Land zu schaffen. Ziel ist es, das Land Salzburg als Innovations- und Industriestandort in die Zukunft zu führen“, sagt Peter Unterkofler, Präsident der IV-Salzburg. Zweifelsohne ist Salzburg
ein Industrieland. Das untermauern auch die Zahlen: 23,7 Prozent der Bruttowertschöpfung werden im industriellen Sektor generiert. Nur 10,3 Prozent entfallen auf den Tourismus.
„Wir fordern, das Fundament für einen starken Innovationsstandort zu schaffen sowie die Leistungen des Industrielandes sichtbar zu machen. Denn Wohlstand entsteht dort, wo die Rahmenbedingungen stimmen“, erklärt Irene Schulte, Geschäftsführerin der IV-Salzburg.

DREI GROSSE HERAUSFORDERUNGEN
Die IV-Salzburg sieht vor allem drei Felder, in welchen dringend Handlungsbedarf besteht. Zum einen gilt es, dem eklatanten Fachkräftemangel in Salzburg entgegenzuwirken. Möglich wäre dies vor allem durch eine bedeutende Ausweitung der Bildungsmaßnahmen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die zweite Herausforderung sieht die IV-Salzburg bei der Infrastruktur und der Verkehrssituation. Hier brauche es ein Gesamtmobilitätskonzept anstelle von Einzelprojekten. Und als drittes
Handlungsfeld macht die IV-Salzburg die schon erwähnte Digitalisierung aus. Hier gelte es, alle Chancen, die sich auftun, auch zu nutzen.

STANDORTQUALITÄT ERHÖHEN
„Nur durch die richtigen Rahmenbedingungen für Standortsicherung, Forschungsförderung und Innovation kann Salzburg vom Innovation Follower zum Innovation Leader aufsteigen“, ist Irene Schulte überzeugt. Die produzierenden Betriebe bräuchten das Rüstzeug und die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, um die Möglichkeiten neuer Technologien bestmöglich im globalen Wettbewerb zu nutzen. Neben F&E-Förderungen inkludiere dies vor allem das Bewusstsein für Investitionen in das höchste Gut der Gesellschaft: „Das Know-how unseres Nachwuchses durch beste Bildung und lebensbegleitendes Lernen“, so Unterkofler.
Zudem müsse laut der IV-Salzburg die Standortqualität für Leitbetriebe generell gehoben werden, um den Ausbau der vorhandenen und den Zuzug neuer Betriebe zu ermöglichen sowie Synergien zwischen großen, mittleren und kleinen Betrieben herzustellen. „Für die Salzburger Wirtschaft sind neben der Zukunftsorientierung vor allem auch die Zuverlässigkeit und Planbarkeit der Rahmenbedingungen wesentlich“, so Irene Schulte. Mögliche Maßnahmen, um die Standortqualität zu erhöhen, sieht die IV-Salzburg in einer besseren und konsequenteren Vermarktung der Standortvorteile. Dazu brauche es eine entsprechende Dotation eines diesbezüglichen Standortmarketingbudgets. Außerdem solle die Rolle der ITG als Serviceeinrichtung für Innovations- und Förderberatung weiter gestärkt werden. Und die Anwerbestrategien für Unternehmensansiedlungen sowie für Fachkräfte sollten weiterentwickelt werden.

BEIM VERKEHR BRAUCHT ES EINIGKEIT
Was die Verkehrsproblematik in Salzburg angeht, lautet der Appell der IV-Salzburg:
Man benötigt ein Gesamtmobilitätskonzept. Dafür braucht es vor allem Einigkeit zwischen Stadt und Land Salzburg. Zudem empfehle sich die Schaffung eines modernen Mobilitäts- und Fuhrparkmanagements. Und es brauche ein klares Bekenntnis zum Salzburger Flughafen W. A. Mozart und zu seiner standortpolitischen Bedeutung.
Neben den drei Hauptfeldern Fachkräftemangel/Bildung, Standort/Verkehr und Digitalisierung gibt es noch weitere Bereiche, die laut der IV-Salzburg mehr Beachtung finden müssen. Beispielsweise sagt die IV-Salzburg-Geschäftsführerin Irene Schulte: „Wir brauchen eine innovative Energiepolitik, um für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte gerüstet zu sein.“ Das Land Salzburg müsse also hinter den eigenen Zielsetzungen der Klimaund Energiestrategie „Salzburg 2050“ stehen.

Christian GRANBACHER

Montag, den 09. April 2018 um 10:19 Uhr

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