Juli_August1

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IfM 0110
Politik
ECHO Salzburg

Ausbau Mönchsgerage

„Wir wollen die Altstadt am Leben erhalten“ 

Interview. Alfred Denk, Chef der Parkgaragen-gesellschaft in der Stadt Salzburg, über den Ausbauder Mönchsberggarage. 

Seit 2012 die Pläne zum Ausbau vorgestellt wurden, ist ein politischer Machtkampf entbrannt. Das 25-Millionen-Euro-Projekt, das sich in 15 bis 20 Jahren amortisieren würde, verzögert sich seither von Jahr zu Jahr. SPÖ und ÖVP treiben das Projekt voran. Auch viele Salzburger Geschäftsleute sprechen sich für eine Erweiterung aus. Die Bürgerliste in der Stadt und die Grünen auf Landesebene sind ebenso wie eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau.

Um 654 Stellplätze soll die Garage im Mönchsberg erweitert werden. Dazu benötigt

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ECHO Salzburg

Ein Verbrecher als Vorbild

René Marcic. Wie ECHO recherchierte huldigte der Namensgeber für die bedeutendste publizistische Auszeichnung des Landes Salzburg einem Verbrecher des Ustascha-Regimes. Ein weiterer Grund dafür, den René-Marcic-Preis endlich umzubenennen. 

Der René-Marcic-Preis ist eine vom Land Salzburg gestiftete Auszeichnung für überragende publizistische Leistungen. Diese wird seit 1979 – mit einigen Aussetzungen – jährlich vergeben und ist mit 6.200 Euro dotiert. Häufig und regelmäßig wird Kritik an der faschistischen Vergangenheit des Namensgebers laut, was so gut wie die gesamte Parteipolitik des Landes nur wenig interessiert. Es ist bekannt, dass Marcic ab 1943 in verschiedenen Positionen für den 1941 mit dem Einzug der Deutschen Wehrmacht ausgerufenen, faschistischen „Unabhängigen Staat Kroatien“ tätig war.

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ECHO Salzburg

Unwürdiger Namensgeber

Einen Verbrecher zum Vorbild

René Marcic. Wie ECHO recherchierte huldigte der Namensgeber für die bedeutendste publizistische Auszeichnung des Landes Salzburg einem Verbrecher des Ustascha-Regimes. Ein weiterer Grund dafür, den René-Marcic-Preis endlich umzubenennen.

Der René-Marcic-Preis ist eine vom Land Salzburg gestiftete Auszeichnung für überragende publizistische Leistungen. Diese wird seit 1979 – mit einigen Aussetzungen – jährlich vergeben und ist mit 6.200 Euro dotiert. Häufig und regelmäßig wird Kritik an der faschistischen Vergangenheit des Namensgebers laut, was so gut wie die gesamte Parteipolitik des Landes nur wenig interessiert. Es ist bekannt, dass Marcic ab 1943 in verschiedenen Positionen für den 1941 mit dem Einzug der Deutschen Wehrmacht ausgerufenen, faschistischen „Unabhängigen Staat Kroatien“ tätig war.

Lediglich die am Papier parteilose Marlies Steiner-Wieser, die praktisch für die Strache-FPÖ (!) im Salzburger Landtag sitzt und Helmut Naderer vom Team Stronach stellten im April letzten Jahres einen Antrag, man möge die faschistische Vergangenheit René Marcic‘ noch einmal durchleuchten. Dieser wurde von der ÖVP, der SPÖ, der FPS von Karl Schnell und überraschenderweise auch von den ansonsten antifaschistischen Grünen abgeschmettert. Die publizistische Auszeichnung wurde zuletzt im Herbst 2016 abermals völlig bedenkenfrei unter dem Namen René-Marcic-Preis vom Land Salzburg vergeben. 

EXPERTE DES LANDES IST BEFANGEN.

Die etablierten politischen Parteien Salzburgs, die offensichtlich kein Problem mit dem ideologischen Background des Namensgebers haben, berufen sich in ihren Argumenten auf einen entsprechenden Forschungsauftrag zu Marcic, den es bereits 2007 gegeben habe und der ihrer Meinung nach zu wenig Belastendes ans Licht gebracht hätte, um eine Namensänderung zu erwägen. Über den Untersuchungsgegenstand dieses Forschungsauftrages entschied vor zehn Jahren aber mit Michael Schmolke ausgerechnet ein René-Marcic-Preisträger, der obendrein noch seit langem Jurymitglied bei der Vergabe des Publizistikpreises ist. Schmolke war bei der Landtags-Debatte im April 2016, bei welcher Marcic Thema war, auch als Experte des Landes geladen. Das Problem der Befangenheit ist nicht zu übersehen.

ANTISEMITISMUS WIRD VERHARMLOST.

Das, was über Marcic bis 2007 zu erfahren war, hätte ohnehin leicht für eine Umbenennung ausreichen müssen. Es war hinlänglich bekannt, dass Marcic als Kultur- und Pressereferent am Generalkonsulat in Wien für den „Unabhängigen Staat Kroatien“ tätig war. Zudem tätigte er in seiner Zeit als Journalist bei den „Salzburger Nachrichten“ ausgerechnet in einer Weihnachtsbeilage des Jahres 1949 eine antisemitische Aussage, die an den jüdischen Journalisten Peter de Mendelssohn gerichtet war. Dieser hatte Kritik an Ernst Jünger laut werden lassen, was Marcic überhaupt nicht gefiel. Das bewegte Marcic dazu, festzuhalten, wer über Gott und das Gebet Spott treibe, dürfe sich nicht wundern, wenn er eines Tages in die Gaskammer gesteckt wird. „Mendelssohn und seinesgleichen haben selber die Welt heraufbeschworen, von der sie dann verfolgt wurden“, schrieb Marcic. Von seinen Verteidigern wird dieser judenfeindliche Artikel als einmaliger Ausrutscher bagatellisiert.

LOB FÜR EINEN VERBRECHER.

Interessant sind vor allem neue Details, die kürzlich über Marcic bekannt wurden. So weist der Historiker Siegfried Göllner in der 2016 erschienenen Publikation „Schweigen und erinnern – Das Problem Nationalsozialismus nach 1945“ – aus der Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg – darauf hin, dass mit Mladen Lorkovic niemand geringerer als der Außenminister des „Unabhängigen Staates Kroatien“ im Sinne Marcic‘ interveniert habe, um diesem den Posten des Präsidialsekretärs bei Bruno Nardelli zu verschaffen. Nardelli war damals Leiter der Zivilregierung von Dalmatien. 

1957 lobte René Marcic – damals schon stellvertretender Chefredakteur bei den „Salzburger Nachrichten“ – den hochrangigen Ustaschen als „die Richtergestalt in Kroatien, die mir für mein Leben lang die Achtung vor dem Recht und die Liebe zum Richterstaat eingegeben hat.“ Marcic erwähnt, dass er als erster und engster Mitarbeiter neben dem seiner Meinung nach „vorbildlichen Richter“ Nardelli wirken durfte. 

Was Marcic neben all den Huldigungen auf sein Vorbild aber nicht mitteilte, war, dass Nardelli von einem Militärgericht des II. Korps der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee im Juni 1945 als Kriegsverbrecher angeklagt wurde. Ein eintägiges Schnellverfahren, bei dem keine Beweise vorgebracht und keine Zeugen gehört wurden, führte dazu, dass zehn ranghohe Mitglieder des Ustascha-Regimes verurteilt wurden. Sieben von ihnen zum Tode, ein Angeklagter zu lebenslanger Haft und zwei Angeklagte – einer von ihnen Bruno Nardelli – zu 20 Jahren Haft. Die Rolle der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee war wichtiger Teil des Selbstverständnisses des sozialistischen Jugoslawiens. Aber auch die Partisanen selbst begingen nach Kriegsende Verbrechen. 

MARCIC WAR KEIN KLEINER FISCH.

Dafür, dass Rene Marcic alles andere als ein kleiner Fisch beim Ustascha-Regime war, spricht neben der Intervention des Außenministers Lorkovic zu seinen Gunsten auch noch die Dienstbezeichnung, die sich in einem Dossier zu Marcic findet. Siegfried Göllner führt in seinem Beitrag zum Buch „Schweigen und erinnern“ nämlich an, dass Marcic als „Geheimdienstbeamter“ in einer Unterabteilung der Sicherheitsdirektion Kroatiens tätig war. „Es wäre an der Zeit zu überdenken, welche Werte das Land Salzburg mit der Benennung des Journalistikpreises nach einer politisch umstrittenen Person vermittelt“, so Göllner.

Im Beschluss der Salzburger Landesregierung zum René-Marcic-Preis aus dem Jahre 1978 wird als Voraussetzung für die Preiswürdigkeit neben einer hervorragenden publizistischen Leistung angeführt, dass die journalistische Arbeit „von hoher humanistischer Bildung getragen“ sein soll. Mit Humanismus hat das Ustascha-Regime rein gar nichts zu tun. Vielmehr mit ideologisch motiviertem Hass auf Andersgläubige und deren Ermordung. So schreibt sogar der Nationalsozialist Edmund Glaises von Horstenau, der in den 1940er Jahren deutscher bevollmächtigter General in Kroatien war, mit „Abscheu vor dem Geschehenen: Über den unglücklichen Ort (Wald am Fluss Save, Anm. d. Red.) hatten sich zweimal unter der Führung zweier Ustaschaoberleutnants je 500 15 bis 20jährige Lumpen gestürzt, alles hingemordet, Frauen vergewaltigt und zu Tode gemartert, Kinder getötet. Ich sah in der Save einen Frauenleichnam liegen mit ausgestochenen Augen und in den Geschlechtsteil hineingetriebenem Holz.“



 
ECHO Salzburg

Bildung, ein Leben lang

Unwürdiger Namensgeber

Der René-Marcic-Preis ist eine vom Land Salzburg gestiftete Auszeichnung für überragende publizistische Leistungen. Diese wird seit 1979 – mit einigen Aussetzungen – jährlich vergeben und ist mit 6.200 Euro dotiert. Häufig und regelmäßig wird Kritik an der faschistischen Vergangenheit des Namensgebers laut, was so gut wie die gesamte Parteipolitik des Landes nur wenig interessiert. Es ist bekannt, dass Marcic ab 1943 in verschiedenen Positionen für den 1941 mit dem Einzug der Deutschen Wehrmacht ausgerufenen, faschistischen „Unabhängigen Staat Kroatien“ tätig war.

Lediglich die am Papier parteilose Marlies Steiner-Wieser, die praktisch für die Strache-FPÖ (!) im Salzburger Landtag sitzt und Helmut Naderer vom Team Stronach stellten im April letzten Jahres einen Antrag, man möge die faschistische Vergangenheit René Marcic‘ noch einmal durchleuchten. Dieser wurde von der ÖVP, der SPÖ, der FPS von Karl Schnell und überraschenderweise auch von den ansonsten antifaschistischen Grünen abgeschmettert. Die publizistische Auszeichnung wurde zuletzt im Herbst 2016 abermals völlig bedenkenfrei unter dem Namen René-Marcic-Preis vom Land Salzburg vergeben. 

EXPERTE DES LANDES IST BEFANGEN.

Die etablierten politischen Parteien Salzburgs, die offensichtlich kein Problem mit dem ideologischen Background des Namensgebers haben, berufen sich in ihren Argumenten auf einen entsprechenden Forschungsauftrag zu Marcic, den es bereits 2007 gegeben habe und der ihrer Meinung nach zu wenig Belastendes ans Licht gebracht hätte, um eine Namensänderung zu erwägen. Über den Untersuchungsgegenstand dieses Forschungsauftrages entschied vor zehn Jahren aber mit Michael Schmolke ausgerechnet ein René-Marcic-Preisträger, der obendrein noch seit langem Jurymitglied bei der Vergabe des Publizistikpreises ist. Schmolke war bei der Landtags-Debatte im April 2016, bei welcher Marcic Thema war, auch als Experte des Landes geladen. Das Problem der Befangenheit ist nicht zu übersehen.

ANTISEMITISMUS WIRD VERHARMLOST.

Das, was über Marcic bis 2007 zu erfahren war, hätte ohnehin leicht für eine Umbenennung ausreichen müssen. Es war hinlänglich bekannt, dass Marcic als Kultur- und Pressereferent am Generalkonsulat in Wien für den „Unabhängigen Staat Kroatien“ tätig war. Zudem tätigte er in seiner Zeit als Journalist bei den „Salzburger Nachrichten“ ausgerechnet in einer Weihnachtsbeilage des Jahres 1949 eine antisemitische Aussage, die an den jüdischen Journalisten Peter de Mendelssohn gerichtet war. Dieser hatte Kritik an Ernst Jünger laut werden lassen, was Marcic überhaupt nicht gefiel. Das bewegte Marcic dazu, festzuhalten, wer über Gott und das Gebet Spott treibe, dürfe sich nicht wundern, wenn er eines Tages in die Gaskammer gesteckt wird. „Mendelssohn und seinesgleichen haben selber die Welt heraufbeschworen, von der sie dann verfolgt wurden“, schrieb Marcic. Von seinen Verteidigern wird dieser judenfeindliche Artikel als einmaliger Ausrutscher bagatellisiert.

LOB FÜR EINEN VERBRECHER.

Interessant sind vor allem neue Details, die kürzlich über Marcic bekannt wurden. So weist der Historiker Siegfried Göllner in der 2016 erschienenen Publikation „Schweigen und erinnern – Das Problem Nationalsozialismus nach 1945“ – aus der Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg – darauf hin, dass mit Mladen Lorkovic niemand geringerer als der Außenminister des „Unabhängigen Staates Kroatien“ im Sinne Marcic‘ interveniert habe, um diesem den Posten des Präsidialsekretärs bei Bruno Nardelli zu verschaffen. Nardelli war damals Leiter der Zivilregierung von Dalmatien. 

1957 lobte René Marcic – damals schon stellvertretender Chefredakteur bei den „Salzburger Nachrichten“ – den hochrangigen Ustaschen als „die Richtergestalt in Kroatien, die mir für mein Leben lang die Achtung vor dem Recht und die Liebe zum Richterstaat eingegeben hat.“ Marcic erwähnt, dass er als erster und engster Mitarbeiter neben dem seiner Meinung nach „vorbildlichen Richter“ Nardelli wirken durfte. 

Was Marcic neben all den Huldigungen auf sein Vorbild aber nicht mitteilte, war, dass Nardelli von einem Militärgericht des II. Korps der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee im Juni 1945 als Kriegsverbrecher angeklagt wurde. Ein eintägiges Schnellverfahren, bei dem keine Beweise vorgebracht und keine Zeugen gehört wurden, führte dazu, dass zehn ranghohe Mitglieder des Ustascha-Regimes verurteilt wurden. Sieben von ihnen zum Tode, ein Angeklagter zu lebenslanger Haft und zwei Angeklagte – einer von ihnen Bruno Nardelli – zu 20 Jahren Haft. Die Rolle der Jugoslawischen Volksbefreiungsarmee war wichtiger Teil des Selbstverständnisses des sozialistischen Jugoslawiens. Aber auch die Partisanen selbst begingen nach Kriegsende Verbrechen. 

MARCIC WAR KEIN KLEINER FISCH.

Dafür, dass Rene Marcic alles andere als ein kleiner Fisch beim Ustascha-Regime war, spricht neben der Intervention des Außenministers Lorkovic zu seinen Gunsten auch noch die Dienstbezeichnung, die sich in einem Dossier zu Marcic findet. Siegfried Göllner führt in seinem Beitrag zum Buch „Schweigen und erinnern“ nämlich an, dass Marcic als „Geheimdienstbeamter“ in einer Unterabteilung der Sicherheitsdirektion Kroatiens tätig war. „Es wäre an der Zeit zu überdenken, welche Werte das Land Salzburg mit der Benennung des Journalistikpreises nach einer politisch umstrittenen Person vermittelt“, so Göllner.

Im Beschluss der Salzburger Landesregierung zum René-Marcic-Preis aus dem Jahre 1978 wird als Voraussetzung für die Preiswürdigkeit neben einer hervorragenden publizistischen Leistung angeführt, dass die journalistische Arbeit „von hoher humanistischer Bildung getragen“ sein soll. Mit Humanismus hat das Ustascha-Regime rein gar nichts zu tun. Vielmehr mit ideologisch motiviertem Hass auf Andersgläubige und deren Ermordung. So schreibt sogar der Nationalsozialist Edmund Glaises von Horstenau, der in den 1940er Jahren deutscher bevollmächtigter General in Kroatien war, mit „Abscheu vor dem Geschehenen: Über den unglücklichen Ort (Wald am Fluss Save, Anm. d. Red.) hatten sich zweimal unter der Führung zweier Ustaschaoberleutnants je 500 15 bis 20jährige Lumpen gestürzt, alles hingemordet, Frauen vergewaltigt und zu Tode gemartert, Kinder getötet. Ich sah in der Save einen Frauenleichnam liegen mit ausgestochenen Augen und in den Geschlechtsteil hineingetriebenem Holz.“

 


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