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IfM 0110
Buchtipps
Echo Tirol

Taxifahrt in die Hölle

Jeff Sutton ist Taxifahrer, sechs Tage in der Woche, sein Auto verlässt er dabei nur selten. Doch eines Tages bittet ihn eine Dame ins Haus, dort soll er warten, bis sie das Fahrgeld gefunden hat.

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Echo Tirol

Lesen als Prüfung

Eines Tages erhält Susan Morrow Post von ihrem Ex-Mann. Ob sie bereit sei, das Manuskript seines ersten Romans „Nachttiere“ zu lesen, fragt sie der Mann, mit dem sie vor 20 Jahren verheiratet war.

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Echo Tirol

Von Schuld & Unschuld

Die Schreie, die ich damals und in all den anderen ähnlichen Momenten wie in Flaschen verkorkte, warteten und warteten nur darauf, wieder herausgelassen zu werden, und der Zeitpunkt sollte kommen.“ Knapp 170 Seiten später zerbricht die Flasche, die Schreie des 13-jährigen Shug Akins kommen ans Tageslicht – und er ist nicht mehr der unschuldige Außenseiter, der er wenige Monate zuvor war.
Mit seiner Mutter Glenda, einer knapp 30-jährigen Landschönheit, von der es heißt, sie könne ein Hallo „so sündig klingen lassen, dass man am liebsten davonlaufen und sich die Ohren waschen will, nur um danach zurückzukehren und es noch einmal zu hören“, lebt Shug im Nirgendwo der Ozarks im südlichen Missouri. Sein Vater Red, ein tabletten- und spielsüchtiger, zu heftigen Gewaltausbrüchen neigender Kleinkrimineller, nimmt den 13-Jährigen erstmals auf eine seiner Einbruchstouren mit. Ein Initiationsritus der besonderen Art, lernt doch der von Glenda „Sweet Mister“ genannte Shug neben dem Einbruchshandwerk auch das Lügen und das Aufbegehren. Ein Aufbegehren, das auf Glenda abfärbt. Sie beginnt ein Verhältnis mit dem Koch Jimmy Vin Pearce. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Flucht in eine rosige Zukunft von der blutigen Realität eingeholt wird.
Wie schon im grenzgenialen „Winters Knochen“ (als Verfilmung oscarnominiert) ist die hinterwäldlerische Hochlandregion der Ozarks Hintergrund für Daniel Wood­rells ebenso sensationell geschriebenen Roman „Der Tod von Sweet Mister“. Und wiederum ist es eine Tragödie antiken Ausmaßes, voller Liebe & Hass, Lust & Schmerz, voller Schuld & Unschuld, voller Wucht & Schlichtheit, voller Größe. Ein literarisches Muss für den Sommer. (ah)
Daniel Woodrell: Der Tod von Sweet Mister.
Liebeskind, 191 Seiten; € 17,40

Dokufiction

Persenbeug, 3. Mai 1945. In Berlin hat sich Hitler schon umgebracht, in Wien ist die Regierung Renner schon im Amt. Doch hier, im Bezirk Melk, überfallt ein SS-Rollkommando ein Auffanglager voller jüdisch-ungarischer Zwangsarbeiter und ermordet 223 Kinder, Frauen und Männer – nur neun Personen überleben das Massaker. Und dann passiert das Unfassbare: Revierinspektor Winkler beginnt zu ermitteln. Schon im Vorfeld hatte er sich um die Flüchtlinge gekümmert, wohlwissend, dass er damit bei den russischen Befreiern Pluspunkte sammeln kann. Doch nun wird es zu einer lebensgefährlichen Angelegenheit.
Penibel recherchiert hat Manfred Wieninger die Geschehnisse von Persenbeug. Das Ergebnis ist eine erschütternde Dokufiction, in der er vielen Opfern Gesicht und Geschichte gibt. (ah)
Manfred Wieninger: 223 oder das Faustpfand. Residenz, 236 Seiten; € 21,90

Krimis in Kürze

Michael, gefürchteter Killer der New Yorker Mafia, will aussteigen und bringt damit sich, seine Freundin und seinen Bruder in Gefahr. Dessen Existenz konnte Michael jahrelang verheimlichen, doch nun holt ihn die Vergangenheit ein. Auch wenn das Ende etwas dick aufgetragen ist, die Hart‘sche Kunst der Hochspannung überzeugt einmal mehr. (ah)
John Hart: Das eiserne Haus.
C. Bertelsmann, 508 Seiten; € 20,60

Gus Dury, die zweite. Der versoffene Ex-Journalist stolpert über eine Leiche, illegale Hundekämpfe und die undurchsichtige Familie eines Richters, gerät ins Visier von Polizei und Mafia, hadert wieder mit dem Verfall von Edinburgh, seine Kneipe steht vor der Pleite und seine Ex will einen Cop heiraten: Wenn Tony Black im deutschsprachigen Raum noch nicht Kult ist, dann bitte ab „Gelyncht“. (ah)
Tony Black: Gelyncht.
Zsolnay, 381 Seiten; € 20,50

Einen Dichter lieben

An geistvoller, unverkitschter Unterhaltungsliteratur ist Österreich ja nicht gerade reich gesegnet: Bettina Balàkas süffig-amüsanter neuer Roman um eine Schriftsteller-Stalkerin ist hier ein Lichtblick und empfiehlt sich bestens für einen Strandurlaub in Italien oder anderswo. Judit Kalman, nicht mehr ganz junge, aber vermögende Salzburger Unternehmertochter, ist nach Venedig gereist, um dem Jahre jüngeren Bestsellerautor Markus Bachgraben nahe zu sein. Nach einem One-Night-Stand hatte sie sich in den Mann verliebt, der dann ganz klassisch nichts mehr von sich hören ließ. Hintergründig entrollt sich nun eine komplizierte Intrige um Bindungsversuche und -fluchten, in der bald nicht mehr klar ist, wer von den beiden nun Opfer und wer Täter ist. Überraschende Wendungen, turbulente Auftritte von Judits Freundin Erika und ironische Einblicke in äußerst schräge Herkunftsfamilien machen „Kassiopeia“ zu einem hochkomischen Lesevergnügen. (ra)
Bettina Balàka: Kassiopeia.
Haymon, 344 Seiten; € 22,90

Entdecken und scheitern

Bücher von Erik Orsenna heißen „Lob des Golfstroms“ oder „Die Zukunft des Wassers“: Auch in seinem neuen Roman ist er wieder in und auf seinem Element: Es geht um Cristóbal Colón, besser bekannt als Christoph Kolumbus, und sein Unternehmen der Entdeckung Indiens. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Jahres 1511, als der jüngere Bruder Bartolomeo Kolumbus sich und der Nachwelt Rechenschaft darüber ablegt, wie eine lebenslange Meeresbesessenheit zu einer der für die Menschheit folgenreichsten Entdeckungen wurde. Im Zentrum steht dabei die Planungsgeschichte des Unternehmens in Lissabon, das fast gescheitert wäre, wenn nicht Spanien in die Bresche gesprungen wäre, als der portugiesische König seine Fahrterlaubnis verweigerte. Seine besondere Note erhält der schöne Historienroman dadurch, dass Bartolomeo seine Geschichte einem jungen Dominikaner namens Las Casas beichtet, der später zum eindrucksvollsten Kritiker der spanischen Eroberung Amerikas werden wird. (ra)
Erik Orsenna: Cristóbal oder Die Reise nach Indien. C.H.Beck, 318 Seiten; € 20,60

 
Echo Tirol

Fußballweisheiten ade

Ein Journalist (Kuper) und ein Wirtschaftsexperte und Professor für Sportmanagement (Szymanski) schreiben über Fußball – und wer glaubt, alles über das runde Leder und 22 Mann am Platz zu wissen, ist nach der Lektüre eines Besseren belehrt.

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