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IfM 0110
Buchtipps
Echo Tirol

Ritualmorde: Wilde Shetlands

Gemeinhin verbindet man mit den Shetland Islands Ponys, Pullover, Öl und Fischfang. Als Ort kriminalistischer Spannung ist der nördlichste Teil Großbritanniens bislang noch nicht in Erscheinung getreten – einen Umstand, den Sharon Bolton mit „Todesopfer" nun geändert hat. Protagonistin ist Tora Hamilton, eine eigenwillige Entbindungsärztin, die mit ihrem Mann vor Kurzem in dessen ruhige Heimat auf den Shetlands gezogen ist. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als Tora auf ihrem Grundstück im Torf eine Frauenleiche findet – offenbar ermordet, drei Runen am Rücken eintätowiert. Kurz vor ihrem Tod hat die Frau ein Kind zur Welt gebracht. Tora beginnt, selbst in dem Fall zu recherchieren, und entdeckt, dass in regelmäßigen Abständen auf den Shetlands Frauen verschwinden. Und prompt ist sie einem Geheimbund auf der Spur, der an alten blutigen Ritualen festhält.
Durchaus ambitioniert geht Sharon Bolton ihren Erstling an, verheddert sich aber in ihrem Spannungsbogen zu oft in Nebensächlichkeiten. Der Wildheit der Shetlands wird sie aber in jedem Fall gerecht. (ah)

Sharon Bolton: Todesopfer. Manhattan, 480 Seiten; € 20,60

 
Echo Tirol

Literatirol: Lesespaß

Humor, Satire und Zynismus gehören einfach zur Literatur dazu", meinte der Innsbrucker Rechtsanwalt und Schriftsteller Klaus Rinner Anfang des Jahres im ECHO-Gespräch. Wie ernst ihm diese Aussage ist, zeigt sein neues Buch. Sechs Tage im Leben eines kleinen Rechtsanwalts, vom bäuerlichen Grundstücksstreit über einen Scheidungsprozess bis zu einer Verhandlung wegen sexueller Nötigung. Lustlos schleppt sich Dr. Steger durch die Woche, geplagt von Finanzsorgen und Seelenschmerz. Selbst ein (sexuelles) Wiedertreffen mit einer Studienkollegin bedeutet nur ein kurzes Intermezzo mit fatalem Ausgang.
Von „lakonischen Momentaufnahmen" schreibt der Inns­brucker Kyrene Verlag im Klappentext – und wird dem Kurzroman von Rinner damit nicht ganz gerecht. Denn die Leselust ergibt sich aus Rinners Sprache, – er lässt den Ich-Erzähler Steger schwülstig schwadronieren, juristisch fachsimpeln, zynisch philosophieren. Oft allerdings in den unpassendsten Momenten, was zu einmaliger Situationskomik führt. Ein kleiner, feiner Lesespaß. (ah)

Klaus Rinner: Dr. Stegers Herzensverdruss in sechs Tagen. Kyrene, 105 Seiten; € 14,90

 
Echo Tirol

Hörgenuss: Kleiner Indianer

Fliegender Stern ist zwar noch ein kleiner Junge, aber er hat schon das Herz und den Mut eines großen Kriegers. Und so beschließt er eines Tages zusammen mit seinem Freund Grasvogel zu den Weißen zu reiten und sie zu fragen, warum es keine Büffel mehr gibt – und erlebt einige Überraschungen. Das ist die Kurzfassung von „Fliegender Stern", einer der schönsten Geschichten der Jugendbuchautorin Ursula Wölfel über Toleranz und Mut, die Tücken des Größerwerdens und ein Plädoyer für ein friedliches Miteinander. Der Südwestrundfunk hat daraus ein ganz wunderbares, kurzweiliges Hörspiel für Kinder ab sechs Jahren gemacht. (sg)

Ursula Wölfel: Fliegender Stern. Hörspiel für Kinder ab 6; u.a. mit Michael Köhlmeier, Leo Gastdorf. DAV 2008; 1 CD

 
Echo Tirol

Sachbuch: Irgendwann in der Zukunft

„Alles, was nicht unmöglich ist, ist obligatorisch!" So optimistisch gibt sich jedenfalls der prominente Physiker Michio Kaku in seiner „Physik des Unmöglichen". Ernest Rutherford, der Entdecker des Atomkerns, habe sich in den 1920er Jahren eine Atombombe genauso wenig vorstellen können wie unsereiner Zeitreisen oder Teleportationen (populär: „beamen"). Laut Kaku kenne man die Grundlagen des Universums mittlerweile so genau, dass man ziemlich genau einschätzen kann, was in nächster, sehr ferner Zukunft oder niemals möglich ist, von dem, wovon Science Fiction oder Fantasy momentan träumen. Eine sehr unterhaltsame Einführung in den Stand und die Zukunft der modernen Physik. (ra)

Michio Kaku: Die Physik des Unmöglichen – Beamer, Phaser, Zeitmaschinen. Rowohlt Verlag, 416 Seiten; € 25,60

 


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